Wer als unabhĂ€ngiger Musiker und Labelbetreiber unterwegs ist, kennt das Problem: Die eigenen Daten liegen verstreut auf zig verschiedenen Plattformen. Bei mir sind’s MLC, ASCAP und SoundExchange, dazu meine Vertriebe DistroKid und RouteNote â jede Plattform mit eigenem Login, eigenem Datenformat, eigener Logik. Und wehe, du hast ĂŒber 400 Tracks im Katalog wie ich. Da verliert man schnell den Ăberblick, wo ĂŒberhaupt was fehlt, was doppelt gemeldet ist oder wo Tantiemen einfach liegen bleiben, weil irgendwo im System ne Registrierung fehlt.
Genau fĂŒr dieses Problem nutz ich seit einiger Zeit Mogul (usemogul.com).
Was Mogul eigentlich macht
Mogul ist im Kern ein Publishing-Admin-Tool. Die Plattform verbindet sich mit den Quellen, die man selber angibt â bei mir also MLC, ASCAP, SoundExchange, DistroKid und RouteNote â und zieht sich von dort die Katalogdaten und Abrechnungen. Das Ziel: Ein zentraler Ort, an dem man sieht, welche Songs wo registriert sind, wo LĂŒcken bestehen und wo eventuell Tantiemen durchrutschen, weil ne Registrierung fehlt oder fehlerhaft ist.
Mogul wirbt selber damit, dass Mitglieder im Schnitt rund 20 Prozent mehr an Tantiemen einsammeln, einfach weil vorher liegen gebliebene AnsprĂŒche endlich sauber gemeldet werden. Klingt erstmal nach Marketing-Zahl, aber der Grundgedanke stimmt: Wenn du 400+ Tracks hast und die nicht alle akribisch von Hand bei jeder einzelnen PRO und jedem Vertrieb nachgepflegt hast, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass irgendwo Geld liegen bleibt.
Wie’s bei mir konkret lĂ€uft
Der Workflow ist simpel, aber wichtig: Man verbindet die eigenen Accounts â bei ASCAP zum Beispiel ĂŒber den Export der Catalog- und Earnings-Files, bei anderen Quellen wie SoundExchange direkter ĂŒber API-Anbindung. Mogul gleicht das dann ab und zeigt an, wo Diskrepanzen sind: Songs, die bei DistroKid released wurden, aber bei der MLC nicht registriert sind. Songs, die bei ASCAP fehlen. Aufnahmen, fĂŒr die bei SoundExchange keine digitalen Tantiemen aus Webradio und Satellitenradio anfallen, obwohl sie lĂ€ngst laufen. Oder FĂ€lle, wo die Splits nicht sauber hinterlegt sind.
Und dann geht’s Song fĂŒr Song durch. Das ist tatsĂ€chlich der Teil, der am meisten Geduld braucht â bei einem Katalog meiner GröĂe ist das kein Wochenend-Projekt, sondern lĂ€uft ĂŒber Wochen und Monate. Aber genau das ist der Punkt: Mogul ĂŒbernimmt nicht einfach automatisch alles blind, sondern die Registrierungen laufen kontrolliert, Track fĂŒr Track, direkt in die Systeme rein, die man eh schon nutzt. Kein Datenexport-Chaos, kein manuelles Copy-Paste zwischen fĂŒnf verschiedenen Portalen.
Warum mir das wichtig ist
Ich hab in der Vergangenheit schon genug Ărger mit Distributoren gehabt â Kontosperrungen, Streaming-Flags, das ganze Programm. Wer als unabhĂ€ngiger KĂŒnstler sein eigenes Label fĂ€hrt, kann sich nicht drauf verlassen, dass irgendein Mittelsmann schon aufpasst, dass die Tantiemen richtig ankommen. Man muss selber wissen, was in den eigenen Katalog-Daten passiert, und man muss die eigenen Registrierungen selber im Griff haben â gerade bei PROs und Verwertungsstellen wie ASCAP, der MLC oder SoundExchange, wo unvollstĂ€ndige oder fehlerhafte EintrĂ€ge schnell dazu fĂŒhren, dass Geld einfach nirgendwo landet.
FĂŒr mich ist son Tool wie Mogul deshalb kein nice-to-have, sondern Grundausstattung fĂŒrs eigene Label-Business. Es ersetzt nicht die eigene Sorgfalt â am Ende muss ich als CEO von FLEX BARKER MUSIC RECORDS trotzdem selber verstehen, was in meinem Katalog passiert â aber es macht die Drecksarbeit ertrĂ€glich, Systeme zusammenzufĂŒhren, die von Haus aus nicht miteinander reden wollen.
Wer selber nen gröĂeren Katalog ĂŒber mehrere Distributoren und PROs verwaltet und keine Lust mehr hat, jede einzelne Registrierung von Hand nachzupflegen, sollte sich das Ganze mal anschauen. Grade wenn man wie ich mit mehreren hundert Tracks arbeitet, macht sich der zentrale Ăberblick schnell bezahlt â im wahrsten Sinne des Wortes.